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Die Freien Wähler Kammerstein luden zum Thema „Zukunftswald im Zukunftsklima: Wie sich unser Wald ändern muss“ ins Bürgerhaus in Kammerstein. Referent des Abends war Herr Dr. Christian Kölling vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Der Vortrag wurde von vielen interessierten Bürgerinnen und Bürgern, darunter zahlreichen Waldbesitzern, gut angenommen.
Waldzukunft zum Anfassen: Woher kommt unser neues Klima?
Spätestens nach den Sommern 2018 und 2019 sollte kein Zweifel mehr bestehen, dass unsere Wälder einem deutlichen und folgenreichen Klimawandel entgegensehen. Wir stehen schon jetzt völlig neuartigen Wettersituationen gegenüber. Die Forstwirtschaft als ein weitgehend auf Erfahrung gestütztes Handwerk ist dadurch äußerst irritiert. Viele bewährte Rezepte funktionieren nicht mehr und müssen notgedrungen angepasst werden. Zugleich wächst die Unsicherheit angesichts der weiteren Entwicklung unserer Wälder.
Herr Dr. Kölling berichtete auf anschauliche und nachvollziehbare Art und Weise, warum ein Waldumbau erforderlich ist und dies gelingen kann.
Gleich zu Beginn des Vortrages berichtete Herr Dr. Kölling, dass der Wald, wie wir ihn kennen, nicht zur Klimazukunft passe. Die Klimazukunft erzwinge einen Zukunftswald - mit teilweise neuen Baumarten. So werden einige alte Baumarten verschwinden, einige neue hinzukommen und andere bleiben. Es sei sinnvoll, zwischen und innerhalb dieser drei Baumartengruppen zu mischen und damit die Risiken zu streuen.
Ohne ein Handeln, würden die Wälder in ein Ungleichgewicht fallen, da neues Klima auf alte Baumarten treffe und diese damit oftmals nicht zurechtkämen. Nur eine Anpassung des Waldes führe zum Zukunftswald. Es sei sinnvoll, an das geänderte und erwartete Klima passende Baumarten zu wählen. Hierfür sei ein Blick auf die sogenannten Zwillingsregionen sinnvoll. Zwillingsregionen würden derzeit über ein Klima, wie wir es einmal bei uns erwarten. Je nachdem welches zukünftige Jahr betrachtet wird, ändere sich auch die Zwillingsregion. Neben den Temperaturen (im Sommer und Winter) sei hierbei auch die Betrachtung einer vergleichbaren Niederschlagsmenge im Sommer ein wichtiger Parameter, um als Zwillingsregion zu gelten.
Herr Dr. Kölling beleuchtete in seinem Vortrag einige bekannte heimische Baumarten näher und schilderte, wie gut oder schlecht diese voraussichtlich mit dem künftigen Klima zurechtkommen. Außerdem stellte er Baumarten der Zwillingsregionen näher vor und schilderte, ob diese bereits jetzt eine gute Wahl seien oder eher in weit entfernter Zukunft einmal gut bei uns wachsen könnten, beispielsweise weil unsere derzeitigen Winter für diese Art noch zu kalt sind.
Außerdem gab er Tipps zu kostengünstigen Verfahren der Verjüngung. So sei neben der richtigen Wahl der Baumarten auch ein Mischen der Baumarten sinnvoll und eine intelligente Art der Bepflanzung. Herr Dr. Kölling empfahl eine Bepflanzung von gemischten Trupps. Diese Vorgehensweise ermögliche Vielfalt auf engstem Raum und sei zudem sparsam.
Zudem empfahl der Referent den Waldeigentümern, sich mit anderen, die Gleiches machen wollen, zusammen zu tun. Die Bayerische Forstverwaltung habe diese Aktion initiiert. Auch eine Unterstützung durch Jagdgenossenschaften, Gemeinden, Jagdpächter und Forstbetriebsgemeinschaft sei hilfreich. Der Schlüssel zum Erfolg sei das gemeinsame Handeln.
Im Anschluss an seinen Vortrag stellte sich Herr Dr. Kölling zahlreichen Fragen, die er alle souverän beantworten konnte. Auch Herr Knotz, der Stadtförster der Stadt Schwabach, besuchte die Veranstaltung und schilderte einige gemeinsame Projekte mit Herrn Dr. Kölling sowie Waldbesitzern der Gemeinde Kammerstein.
Passend zu dem Thema laden die Freien Wähler Kammerstein am 10.05.2023 (18 Uhr) zu einem Waldspaziergang mit dem Thema "Zukunftswald im Zukunftsklima - Wie Waldumbau gelingen kann“, an welchem alle Interessierten ohne Anmeldung teilnehmen können. Der Treffpunkt ist am Waikersreuther Weg in Kammerstein.